Mentaltraining - Der gute Gedanken Blog

Haben Tiere eine Seele?

30. November 2009

Es kann wissenschaftlich noch immer nicht belegt werden, dass der Mensch eine Seele hat. Es konnte aber auch nicht bewiesen werden, dass er keine hat.

Die meisten Menschen verstehen unter Seele den Teil eines Menschen, der seine Persönlichkeit ausmacht. Der Teil, der ihn zu einem mitfühlenden und warmherzigen Menschen macht. Oder zu einem kaltblütigen Monster. Den meisten Religionen gemein ist der Glaube, dass die Seele nach dem Tod weiterlebt. Bei einigen Religionen gelangt sie nach dem Tod ins Paradies oder in die Hölle, je nach vorangegangenem Lebensstil. In anderen Religionen besteht der Glaube daran, dass die Seele nach dem Tod in einem anderen Körper wiedergeboren wird.

Obwohl bislang noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte, dass der Mensch eine Seele hat, glauben doch die meisten Menschen daran. Umstritten aber ist, ob auch andere Geschöpfe - Pflanzen und Tiere - eine Seele haben. Tierschützer und Tierfreunde sind schnell bereit zu glauben, dass ihr Liebling eine Seele hat. Skeptiker glauben, dass allenfalls der Mensch eine Seele hat und Tiere mit Sicherheit nicht in den Himmel kommen.

Die Meinungen hierzu sind kontrovers und da man bislang keinen Standpunkt wirklich belegen kann, bleibt alles im Reich der Spekulation. Ebenso hartnäckig hält sich die Behauptung, dass Tiere zu Gefühlen wie Liebe oder Freundschaft nicht fähig seien. Alles sei instinktgesteuert und diene letztendlich nur einem Ziel: der Arterhaltung und dem Verbreiten der eigenen Erbanlagen. Zu komplexem Denken, wie man es von Menschen kenne, sei das Tier nicht imstande.

Ich bin kein Wissenschaftler und kann weder beweisen dass Tiere komplex Denken können und Mitgefühl zeigen können noch habe ich Beweise für das Gegenteil. Aber ich habe eine sehr interessante Beobachtung gemacht und diese Beobachtung stärkt doch meine Meinung, was dieses Thema angeht: Ich beherberge einige Wellensittiche in meinem Zuhause. Alle meine Wellies sind zahm und sind sehr aufgeweckte und lustige Tiere. Aber ich hatte ein Pärchen, dass sich besonders zugetan war. Piet und Lucy. Meine sanfte Lucy hatte sich in den schönen und lauten Piet verliebt und umgekehrt. Piety verteidigte Lucy mit sanfter Gewalt vor den Balzannäherungen anderer Männchen. Lucy ihrerseits beachtete die anderen Wellies gar nicht. Sie ist ein sehr sanftes Geschöpf und geht allen Streitigkeiten aus dem Weg. Eines Tages bekam Piet eine allergische Reaktion auf eine Injektion beim Tierarzt. Wir hatten wenig Hoffnung und dachten Piet stirbt. Meine mutige Lucy setzte sich neben ihn auf den Boden und wachte über ihn. Andere Wellensittiche wurden heftig beißend vertrieben. Als es ihm ein wenig besser zu gehen schien, kraulte sie vorsichtig sein Köpfchen. Piet rappelte sich hoch und folgte ihr wieder auf eine der Sitzstangen. Nach zwei Stunden begann er, noch ganz schwach, vorsichtig zu fressen. Die ganze Zeit über ließ sie ihn nicht aus den Augen und war immer in seiner Nähe.

Zwei Jahre später wurde Piet dann unheilbar krank. Wir hatten beschlossen, ihn so lange leben zu lassen, wie er fraß und den Eindruck machte, keine Schmerzen  zu haben. In den letzten Tagen vor seinem Tod schlief und frass er sehr viel. Wie immer war Lucy an seiner Seite. Dicht an sie gekuschelt saß er da, dick aufgeplustert. In all diesen Tagen war Lucy nie ungehalten oder zickig. Sie hackte nie nach ihm, sondern wachte über ihn wie eine Mutter über ihr Küken. Dabei kraulte sie immer wieder sanft sein Köpfchen. Zu den anderen konnte ich Piet bereits nicht mehr setzen, diese hackten nach ihm, attackierten ihn. Nur Lucy blieb, mit stoischer Ruhe und sanftem Gleichmut, an seiner Seite. Als Piet starb magerte meine moppelige Lucy stark ab. Obwohl andere Männchen sofort um sie warben, lehnte sie alle Zuneigungsbekundungen ab und blieb alleine. Mit den Wochen fing Lucy wieder an, normal zu essen. Aber sie nahm sich kein neues Männchen.

So stellt sich mir natürlich die Frage, wenn alles Verhalten nur der Arterhaltung dient, warum hat Lucy sich auch dann noch rührend um Piet gekümmert, als Piet nach Vogelmaßstäben bereits nur noch eine Belastung für Lucy war? Warum fraß Sie nichts? Warum ist sie alleine geblieben?

Für Skeptiker ist dies natürlich kein Beweis und für Wissenschaftler schon gar nicht. Aber so kennt wohl jeder von uns eine Tiergeschichte, wo Tiere ein völlig untypisches Verhalten an den Tag gelegt haben, dass die Vermutung aufkommen lässt, dass Tiere eben doch zu tiefen Gefühlen und Mitgefühl fähig sind. Wenn der Mensch sich weiterentwickelt hat, warum sollen sich nicht auch andere Geschöpfe weiterentwickeln?

Ich kann jedenfalls sagen, dass ich Tieren diese Fähigkeit auf keinen Fall abspreche. Wenn ich mir die Gräueltaten vieler Menschen ansehe, die ja angeblich zu Liebe und Mitgefühl fähig sind, kommen mir allerdings Zweifel, wie weit der Mensch in seiner Entwicklung wirklich ist.

Ideen Weihnachtsgeschenke 2009

25. November 2009

Jedes Jahr die gleiche Frage: Was schenke ich? Weihnachten rückt immer näher und schon zermartert man sich den Kopf, womit man seinen Lieben eine Freude bereiten kann. Dabei ist es oft gar nicht so schwer, wie es auf den ersten Blick scheint. Zuhören ist hier das Zauberwort. Versuchen Sie, schon vorher darauf zu achten, ob sich die zu beschenkende Person etwas wünscht oder eine Bemerkung fallen lässt, was sie braucht oder sich bald anschaffen möchte. Ein sehr persönliches Geschenk, gerade wenn man nur ein kleines Budget hat, sind z. B. Gutscheine, in denen sich der Schenkende zu einer “Dienstleistung”  verpflichtet, z. B. Babysitten, beim Umzug helfen, eine Essenseinladung, ein Gutschein für eine Woche mit dem Hund Gassi gehen usw.

Und warum verschenken Sie nicht einfach Wohlbefinden? Mit einer Cd von Mentaltraining-Beckers können Sie Ihren Lieben entspannende Wohlfühl-Momente und Entspannung schenken. Es gibt CDs zu vielen verschiedenen Themen: Ob Stressbewältigung, Entspannung, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung - schauen Sie einfach in unserem Shop vorbei und entscheiden Sie anhand unserer Hörproben, welche CD Ihnen gefällt. Für ganz eilige oder Geschenke in letzter Minute bieten wir auch alle CDs als Download-Version an.

Guter Schlaf ist Balsam für die Seele

24. November 2009

Dass in vielen Bereichen des täglichen Lebens die Qualität wichtiger ist als die Quantität, hat sich herumgesprochen. Wie wichtig aber gerade die Qualität des Schlafes ist, wird häufig unterschätzt. Ich habe in den vergangenen Tagen da so meine eigenen Erfahrungen mit gemacht. Zwar habe ich, für meine Verhältnissse, ausreichend Schlaf bekommen, aber leider war die Qualität meines Schlafes sehr schlecht. Ein Albtraum jagde den nächsten und ich fühle mich morgens wie gerädert. Obwohl ich genauso lange schlafe wie sonst auch, mindert die schlechte Qualität meines Schlafes die Erholungs- und Regenerationswirkung. Warum ich in den letzten Nächten so wirr und beängstigend geträumt habe, kann ich nicht sagen. Ich bin mir keiner Sorgen oder Probleme bewusst. Auch die Rahmenbedingungen wie Temperatur, Geräusche oder sonstige offensichtliche Parameter haben sich nach meinem Dafürhalten nicht geändert. Ich bin nun deswegen nicht besorgt oder beunruhigt. Ich bin sicher, dass sich in ein paar Tagen alles wieder normal einpendeln wird und diese wirren und anstrengenden Träume wieder verschwinden. Trotzdem finde ich es verblüffend, wie schnell sich solche, auf den ersten Blick unbedeutenden, Kleinigkeiten auf die Schlafqualität auswirken können. Denn der Schlaf ist nicht zur für die reine körperliche Erholung gedacht, der Schlaf ist auch wichtig für die Seele. In den Träumen verarbeitet das Gehirn das Erlebte. Träumen ist sehr wichtig für die Psyche. In unseren Träumen können wir Dinge erreichen und zu Orten reisen, die uns im wahren Leben verschlossen bleiben. In der Psychologie geht man davon aus, dass Träume eine Möglichkeit sind, wie unsere Seele mit uns kommunizieren möchte. Es gibt auch Ratgeber Bücher, in denen man nachlesen kann, was welche Träumsymbole bedeuten und was unser Körper uns damit sagen möchte. Allerdings gibt es verschiedene Interpretationsmöglichkeiten, Träume zu deuten. So interpretierte Freud die meisten Träume mit Trieben, die das Ich zum Ausdruck bringen wollte.Häufig verarbeitet das Gehirn aber auch Dinge, die Sie erlebt oder gesehen haben. So ist es kein Wunder, wenn Sie nach einem gruseligen Horrorfilm nachts von Mördern und Monstern träumen. Häufig finden Sie die Grundlage für Albträume einfach im Fernsehprogramm des Vorabends. Wenn aber ein Traum immer wiederkehrt, könnten Sie ja einmal versuchen, in deuten zu lassen. Vielleicht erfahren Sie dabei etwas, was Ihnen weiterhilft.

Ich wünsche Ihnen und mir ein schöne und traumhafte Woche :)

Autor:Snowwhisper

Nur noch sechs Wochen bis Weihnachten

11. November 2009

Ich weiß nicht wo das Jahr geblieben ist. Noch gute sechs Wochen, dann ist es wieder soweit. Weihnachten rückt in greifbare Nähe. In den Geschäften lachen mich Marzipan und Lebkuchen an. Überall hängt bereits Weihnachtsdekorationen. Wenn ich der Werbung und dem Einzelhandel glauben soll, dann muss ich mich schnellstens ins Getümmel stürzen, um gerade noch rechtzeitig zu Weihnachten alle Besorgungen erledigt zu haben. Dabei dachte ich eigentlich, dass die Vorweihnachtszeit eine Zeit der Besinnung und der Ruhe ist. Aber irgendwie entwickelt sich bei mir die Vorweihnachtszeit in den letzten Jahren zum Stress-Marathon. Aber dieses Jahr wird alles anders. Erstens werde ich alle Geschenke bereits weit im Voraus besorgen. Zweitens werde ich alle Geschenke bereits Wochen vor Weihnachten verpacken. Drittens werde ich alle Dinge, die ich noch vor Weihnachten erledigt haben möchte (z. B. Putzen, Aufräumen, Grußkarten verschicken,) pünktlich und ohne Hektik erledigen. Ich habe noch gute sechs Wochen Zeit. Eigentlich sollte diese Zeit ausreichen, um alles vorher zu schaffen. Ich bin gespannt, ob ich diesmal tatsächlich eine besinnliche Adventszeit verleben werde oder ob so läuft wie immer: Bis kurz vor knapp noch nichts erledigt und plötzlich artet alles in Zeitdruck und Stress aus. Aber nein, ich bin guter Dinge. Dieses Jahr wird mir das nicht passieren. Dieses Jahr werde ich alles im Griff haben. Dieses Jahr werde ich dem Stress ein Schnippchen schlagen und durch ein gut durchdachtes Zeitmanagement gut vorbereitet sein.

Fragen und Bitten

11. November 2009

Man sagt ja immer, der Ton mache die Musik. Damit ist gemeint, dass nicht allein der Inhalt zählt, sondern auch, in welchem Ton einen Bitte, ein Befehl oder eine Frage vorgetragen wird. So wird harten Worten durch einen weichen, freundlichen Tonfall die Schärfe genommen. Umgekehrt kann eine als Bitte formulierte Frage durch einen harten Ton schon Befehlscharakter haben. Ich frage mich sehr oft, ob die Leute nicht merken, wie hart sie mit anderen Menschen umgehen und welchen Ton sie oft haben. Da werden aus Bitten und Fragen  Befehle und aus Informationen werden oberhafte Belehrungen. Merken die Menschen dies wirklich nicht? Oder ist die Bitte tatsächlich nur oberflächliche Tarnung? Vergreifen sich die Menschen ungewollt und unbewusst im Ton oder ist der Ton bewusst so gewollt? Ich habe die Feststellung gemacht, dass man mit einem höflichen und freundlichen Ton weitaus mehr erreicht als mit Unhöflichkeit und Druck. Wenn ich bitte, lasse ich meinem Gegenüber die Wahl - er kann entscheiden, ob er meinem Wunsch entspricht oder nicht. Wenn ich grundlos etwas anordne oder befehle, dann setze ich den anderen unter Druck. Und Druck erzeugt Gegendruck. Die Wahrscheinlichkeit, dass er versucht, sich diesem “Befehl” zu entziehen, ist hoch. Wenn ich aber Bitte und mein Gegenüber das Gefühl hat, dass ich ihn schätze und er mir einen Gefallen tun kann, dann ist auch die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man meiner Bitte entspricht. Es gibt das Sprichwort: Mit Honig fängt man mehr Fliegen als mit Essig. Und ich habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht, dass dies in fast allen Fällen zutrifft.

Autor: Snowwhisper

Bewertungen durch andere

9. November 2009

Menschen sind i. d. R. von der Bewertung  von anderen Menschen abhängig. Und damit meine ich nicht nur ihr schulisches und berufliches Fortkommen.  Natürlich entscheidet auch dort in fast allen Situationen ein anderer Mensch darüber, ob eine Leistung gut oder schlecht war, Mittelmaß oder Herausragend. Aber ich meine vielmehr, dass auch unser Selbstbewusstsein und die Meinung, die wir von uns selbst haben, oft von der Meinung anderer abhängig ist. Aber sollten wir uns wirklich einfach so auf das Urteil anderer verlassen? Insbesondere wenn wir schlecht bewertet werden, stellt sich doch die Frage, ob es tatsächlich angezeigt ist, dieses Urteil so zu übernehmen. Sagt dieses Urteil wirklich etwas über unsere Leistung oder unsere Persönlichkeit aus? Angenommen, ein Schüler erhält für einen Aufsatz eine Vier. Was sagt das über den Aufsatz aus? Was sagt es über den Schüler aus? Eigentlich nichts! Es sagt etwas über den Bewerter aus! In diesem Fall, dass ihm der Aufsatz nicht besonders gefallen hat. Dass der Aufsatz seinen Ansprüchen nicht genügt hat. Aber dieses Urteil ist subjektiv und steht in Zusammhang mit der Persönlichkeit und den Erwartungen des Lehrers. Gerade wenn es darum geht, die reine Leistung zu beurteilen, sollten wir ein wenig Abstand zu dieser Bewertung nehmen. Nicht wir werden beurteilt, sondern das Werk, die Arbeit, der Aufsatz, die Leistung. Wenn das Werk, die Arbeit etc. schlecht bewertet werden, hat dies nichts mit unserem Wert als Mensch zu tun. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass ein anderer Bewerter/Prüfer vielleicht zu einem völlig anderen Urteil gekommen wäre. Vielleicht zu einem besseren, möglicherweise auch zu einem schlechteren. Auch im Sport, bespielsweise im Eiskunstlaufen, kann man häufig beobachten, dass die Geschmäcker nicht gleich sind. Dort findet man oft große Unterschiede in der Bewertung. Daher sollten Sie sich Kritik und Bewertungen niemals zu Herzen nehmen. Konstruktive Kritik, die Ihnen hilft, besser zu werden, in dem was Sie tun, ist sicherlich hilfreich. Aber eine Bewertung durch andere Menschen kann niemals ein abschließendes Urteil sein. Es spiegelt lediglich die Sichtweise des Bewertenden wieder.

Im Moment leben

6. November 2009

Ich ertappe mich oft selbst dabei, wie ich Dinge, Entscheidungen und Reaktionen oft vor mir her schiebe. Ich fange an, Sport zu machen und mich viel gesünder zu ernähren. Aber erst muss ich noch diese Prüfung bestehen. Ich möchte Klavier spielen lernen - aber vorher muss ich erstmal etwas mehr Ruhe in mein Leben bringen. Irgendwann möchte ich Gemüse aus dem eigenen Garten haben - aber später - momentan habe ich hierfür einfach nicht die nötige Zeit.

Meine Vorsätze und Wünsche sind sicher löblich und täten mir bestimmte gut, wenn ich Sie denn in die Tat umsetzen könnte bzw. würde. Ich schiebe alles vor mir her, zwar wild entschlossen, meine Wünsche irgendwann in die Tat umzusetzen, aber trotzdem bleibt natürlich fraglich, ob ich es irgenwann schaffe. So wie mir geht es vielen Menschen. Die einen wollen eine Weltreise machen - aber noch sind die Kinder zu klein, dann studieren die Kinder und das Geld ist knapp und schließlich stellt man fest, dass man sich zu alt fühlt um nun noch eine so anstrengede Reise zu unternehmen.

Und so lassen viele Menschen den Moment einfach ungenutzt verstreichen und finden Rechtfertigungen und Entschuldigungen, warum sie etwas zur Zeit nicht machen können. Aber häufig vergessen sie, dass unsere Lebenszeit begrenzt ist. Wir wissen nicht, wann wir abberufen werden. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, den Moment zu nutzen und uns nicht auf später zu vertrösten. Wenn es ein großer Traum ist, Klavier zu spielen, warum gehen wir nicht heute noch los und suchen uns einen guten Lehrer? Vielleicht wird mein Leben nie ruhiger sondern immer stressiger und vielleicht finde ich niemals den richtigen Zeitpunkt. Vielleicht gibt es aber auch keinen richtigen Zeitpunkt und den Moment intensiv zu erleben und auszufüllen ist das einzig Richtige? Eine Anwort darauf wird uns wohl niemand geben können. Aber ich werde versuchen, mehr im Hier und Jetzt zu leben und den Moment bewusst und sinnvoll zu erleben.

Autor: Snowwhisper

Der Winter naht

5. November 2009

Nachdem die Uhren wieder auf Winterzeit umgestellt wurden und es dadurch noch früher dunkler wird, stellt sich auch der Körper so langsam auf “Winter” ein. Ich verlasse morgens im Dunkeln das Haus und komme abends im Dunkeln wieder. Nur am Wochenende schaffe ich es noch, ein wenig Tageslicht zu tanken. So wie mir, geht es wohl vielen berufstätigen Menschen, sofern Sie nicht im Freien arbeiten. Die Menschen, die im Freien arbeiten, sind auch nicht zu beneiden. Wer bei der Müllabfuhr, in der Landwirtschaft, auf dem Bau oder sonstwie im Freien arbeitet und sich bei Minusgraden draußen aufhalten muss, wird ebenfalls hoffen, dass der Frühling bald Einzug hält. Ich jedenfalls hoffe schon sehr, dass der Winter bald wieder vorüber ist und das Frühjahr kommt. Bis dahin kämpfe ich mich einfach durch Unmengen von Marzipan und Lebkuchen, schlürfe warmen Glühwein und kuschele mich abends mit einem Buch und einer Decke aufs Sofa. Ich kann zwar nicht ändern, dass Winter ist, aber ich kann versuchen, dass Beste daraus zu machen.

Autor: Snowwhisper

Die Angst vor der Angst

4. November 2009

Ich bin ein kleiner Angsthase. In Sachen Ärzten und Krankheiten bin ich kein Held. Besonders Zahnärzte verursachen bei mir ein mulmiges Gefühl in der Bauchgegend. Obwohl ich weiß, dass da nicht viel passieren kann und man ja bei größeren Eingriffen eine Betäubung erhält - ich bin jedes Mal vorher total nervös. Ich gehe trotzdem regelmäßig hin, also sooo schlimm ist die Angst nicht. Aber trotzdem bin ich in den Stunden vor dem Zahnarztbesuch völlig durch den Wind. Gestern war es wieder so weit und ich musst eine kleine Füllung im Backenzahn bekommen. Von der Spritze habe ich nix gemerkt und auch das Bohren selbst verlief ohne jeden Zwischenfall. Ich habe von Anfang bis Ende nichts gefühlt und schon gar keine Schmerzen. Trotzdem lag mein Puls irgendwo jenseits der 200. Rückblickend betrachtet war die Behandlung nicht das Unangenehme. Viel schlimmer war die Angst. Und weil ich weiß, wie groß meine Angst immer ist, fürchte ich am meisten dieses unangenehme Gefühl vor der Behandlung. Die letzten zwei Stunden davor würde ich immer am liebsten hinfahren und es sofort machen lassen, damit dieses zermürbende Warten endlich zuende ist. Wie gesagt: Das Schlimmste am gestrigen Tag war die Angst. Die Behandlung selbst war harmlos. Und so ist es häufig. Meistens ist die Angst vor der Angst und die damit verbundenen negativen Emotionen weitaus unangenehmer und belastender als die Situation, vor der ich eigentlich Angst habe. Ich staune immer wieder über die Kunstfertigkeit, mit der ich mir selbst Stress machen kann und wie sehr mir mein Kopf doch einen Streich spielen kann. Bislang habe ich einfach versucht, möglichst selten in solche Situationen zu kommen. Aber mir ist auch klar, dass ich mit zunehmendem Alter wohl auch mal die eine oder andere wirklich unangenehme Behandlung über mich ergehen lassen muss. Also werde ich mich meinem Problem stellen und daran arbeiten. Denn die Angst ist einfach zu belastend. Nun habe ich mit meinem Chef, Herrn Frank Beckers, einen Termin vereinbart, um an meiner Angst zu arbeiten. Ich bin gespannt. Und ich werde an dieser Stelle berichten, wie es weitergeht. Drücken Sie mir bitte die Daumen! :(

Autor: Snowwhisper

Fremdschämen

26. Oktober 2009

Manchmal,  wenn ich mir anschaue, was Menschen so alles machen, sobald eine TV-Kamera auf sie gerichtet ist, überkommt mich ein Gefühl des Fremdschämens. Häufig frage ich mich, ob diese Menschen keine Familie oder Freunde haben, die ihnen ein ehrliches Feedback geben. Und die ihnen davon abraten, dies oder das vor laufenden Kameras zu tun. Natürlich gibt es auch ungeschliffene Diamanten zu sehen und wirkliche Talente. Aber immer wieder bewerben sich auch Menschen, die man wohlwollend nur als “talentfrei” beschreiben kann. Ob Gesangscastings, Talentwettbewerbe oder ähnliches: Niemand sagt ihnen, dass das, was sie da tun, nur peinlich ist. Häufig wünschen sich diese Menschen nichts als ein wenig Aufmerksamkeit und Beachtung - Dinge, die sie im normalen Leben nie oder selten bekommen. Einmal im Rampenlicht stehen, einmal sollen alle Augen nur auf sie gerichtet sein! Schließlich sind alle Augen nur auf sie gerichtet, aber vermutlich anders, als sie sich das dachten. Nicht Anerkennung und Wohlwollen ist in den Augen der Zuschauer zu lesen, sondern Häme und Spott.

Oft frage ich mich dann, ob dieser kurze Augenblick des “Ruhmes”, wenn man ihn denn so nennen kann, es wert ist, künftig auf der Straße als die Person wiedererkannt zu werden, die sich vor den Augen der Nation zum Deppen gemacht hat. Und manchmal frage ich mich auch, ob die Menschen im Vorfeld überhaupt absehen können, auf was sie sich da einlassen? Ob sie sich der Konsequenzen und der Tragweite bewusst sind? Ich weiß es nicht. Manchmal möchte ich aufspringen, zum Hörer greifen und die Menschen eigenhändig von der Bühne holen, bevor sie sich noch mehr blamieren. Ich empfinde weder Spott noch Häme: Mir tun diese Menschen leid. Sie sehen sich selbst als unentdecktes Talent und glauben, durch ihren Auftritt zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Und immerhin gab es in der Vergangenheit auch immer wieder Menschen, die dies geschafft haben. Vom Hartz IV Empfänger zum gefeierten Star - wie gerne würden sie dies auch schaffen. Und darum fahren sie voller Hoffnungen und Erwartungen zu Castings und Talentwettbewerben. Und stehen tatsächlich im Fokus der Aufmerksamkeit und im Rampenlicht. Aber leider anders, als gedacht.

Autor: Snowwhisper