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Manchmal muss man die Perspektive ändern

28. Juni 2010

Vielleicht kennen Sie das auch: Man hat das Gefühl, der Tag müsste noch ein paar Stunden mehr haben, damit man alle Dinge erledigt bekommt. Stress und Hektik bestimmen den Tag, man hat kaum Zeit für sich. Kommt man von der Arbeit, warten zuhause noch tausend Dinge, die erledigt werden müssen. Vielleicht unangenehme Hausarbeit, der Garten müsste auch mal wieder gepflegt werden oder die Steuererklärung vom letzten Jahr. Dann ist man vielleicht noch unzufrieden mit dem Gewicht, den Haaren oder welche Körperteile auch sonst noch nicht dem momentanen Schönheitsideal entsprechen. Kurz gesagt: man hadert mit der Welt und dem Schicksal und ist sich sicher, niemand hat es so schwer und ist so benachteiligt, wie man selbst. Soviel Arbeit, soviel Stress - ja, das Leben kann schon hart sein.

Aber dann irgendwann, wenn man einmal links und rechts schaut und nicht nur auf sich selbst, dann findet man sehr schnell Menschen, denen es um einiges schlechter geht. Kranke Menschen, die ums Überleben kämpfen, Menschen mit schweren Behinderungen oder Erkrankungen, die täglich Schmerzen verursachen. Menschen, die einen nahen Angehörigen verloren haben und wirkliche Schicksalsschläge verwinden müssen. Und dann wird einem wieder einmal bewusst, wie gut man es doch eigentlich hat. Und dass Staubsagen, Steuererklärung, Cellulite oder schütteres Haupthaar kein Grund sind, um zu jammern. Denn es gibt sooooo viele Menschen, die froh wären, lediglich unsere vermeintlichen Problemchen zu haben. Leute, die täglich Schmerzen haben und sich kaum noch bewegen können, wären froh, wenn es ihnen soweit gut ginge, dass sie ihren Garten umgraben könnten. Oder Menschen, die an den Rollstuhl gefesselt sind und nicht mehr laufen können. Sie würden Cellulite und Besenreiser vermutlich liebend gerne in Kauf nehmen, wenn sie dafür wieder gehen könnten.

Wenn man gerade wieder so richtig im Selbstmitleid badet und denkt, wie schwer man es doch hat, dann muss man einfach einmal die Perspektive ändern und überlegen, wieviele Menschen sofort mit uns tauschen würden, weil sie weitaus schwerwiegendere Sorgen und Probleme haben. Und dann bemerkt man, wie unbedeutend das eigene Problem eigentlich ist und dass man dankbar sein sollte, für das, was man hat.

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