Mentaltraining - Der gute Gedanken Blog » Blog Archiv » Gesundheit ist nicht selbstverständlich

Gesundheit ist nicht selbstverständlich

22. Juli 2011

Man hastet durchs Leben und nimmt die meisten Dinge als selbstverständlich. Und oft ärgert man sich über Ungerechtigkeiten und vermeintliche Benachteiligungen. Zuviel Arbeit, zu wenig Freizeit, mit dem Aussehen unzufrieden, der Partner nörgelt zu viel - ja, es gibt viele Gründe, um sich zu beklagen. Aber manchmal genügen schon Kleinigkeiten, um einem wieder einmal ins Gedächtnis zu rufen, wie gut es einem doch geht. Und dass die ganzen Annehmlichkeiten im Leben, die man als selbstverständlich sieht, eben doch nicht ganz so selbstverständlich sind.

Bei mir war es dank einer schweren Grippe wieder einmal so weit. Ich lag mehrere Tage flach, konnte nichts essen, hatte hohes Fieber, jeder Knochen tat weh. Eine verstopfte Nase, trockener Husten, Kopf- und Ohrenschmerzen rundeten das Programm ab. Aber bei allem Elend blieb mir das Wissen: “Das geht vorbei!”

Ich wusste, in einer Woche ist das Schlimmste überstanden und dann geht es mir wieder gut. Das können leider nicht alle kranken Menschen von sich behaupten. Denn es geht nicht allen irgendwann wieder besser und es werden auch nicht alle Menschen wieder gesund.

Mit diesen Hintergedanken lässt sich auch so etwas unangenehmes und lästiges wie eine Grippe wieder völlig anders ertragen. Man nimmt sich selbst und die Erkrankung nicht mehr so wichtig. Und wenn man diesen Gedanken weiterspinnt, fallen sofort noch weitere Dinge auf, für die man eigentlich dankbar sein sollte: Statt über die viele Arbeit zu hadern, fällt einem auf, dass man  froh sein kann, Arbeit zu haben. Statt über den Hüftspeck zu schimpfen, sollte man  froh sein, in einer Wohlstandsgesellschaft zu leben, in der genügend Nahrungsmittel zur Verfügung stehen.

Und wenn mich dann mal wieder so eine doofe Grippe erwischt, halte ich mir vor Augen, dass ich “nur” eine Grippe habe und nichts schlimmeres und dass ich glücklicherweise in einem Land lebe, in dem ich gute medizinische Versorgung bekomme (ok, bei Grippe hilft eh nur abwarten, da kann ein Arzt nun auch nichts machen) und in dem ich Zuhause bleiben darf, wenn ich krank bin. Ich kann mich ins Bett legen, habe eine funktionierende Heizung, wenn ich Hunger habe werde ich im Kühlschrank fündig und wenn ich mich ablenken möchte, schaue ich ein wenig fern. Dies ist alles nicht  selbstverständlich.

Manchmal braucht man so kleine Denkanstöße, um zu sehen, wie gut es einem wirklich geht und um die vielen Annehmlichkeiten im Leben schätzen zu lernen, die man leider nur allzu oft als selbstverständlich ansieht.

Ich sehe meine Gesundheit nicht mehr selbstverständlich an und mir ist noch einmal bewusst geworden, dass körperliche Unversehrtheit, schmerzfrei sein und sich gut fühlen etwas ist, für das man jeden Tag aufs neue dankbar sein kann.

Also war meine Grippe doch zu etwas gut.

Autor: Snowwhisper

Beitrag teilen:
  • Facebook