Freundschaft oder Zweckgemeinschaft?
Autor: Snowwhisper
Da glaubt man jemanden zu kennen und irgendwann zeigt sich, dass man nur dachte, ihn zu kennen. Das, was man gesehen hat, war eine höfliche Fassade, um keine Aufmerksamkeit zu erregen und nicht anzuecken.
Das, was man für Freundschaft hielt, war nichts weiter als eine kurzfristige Zweckgemeinschaft, getarnt unter dem Deckmäntelchen von oberflächlicher Freundlichkeit, immer getrieben von dem Bestreben, einen größtmöglichen Nutzen aus dieser “Freundschaft” zu ziehen. Und wenn es keinen Nutzen mehr gibt? Wenn der andere seinen Zweck erfüllt hat? Dann endet die “Freundschaft” genauso schnell, wie sie begonnen hat. Dann zieht man weiter wie eine Heuschrecke, die alles abgegrast hat.
Zurück bleibt meist eine Partei, die gar nicht begreift, was da geschehen ist und die auch nicht versteht, warum die Freundschaft nun zu Ende ist. Wie der andere, ohne Reue oder sich noch einmal umzudrehen, einfach so verschwindet. Auf zu neuen Schürfgründen.
Leider ist dies ein Phänomen, dass in dieser schnellen Zeit immer häufiger auftritt. Zweckgemeinschaften statt Freundschaften. Wenn die andere Seite ihren Zweck erfüllt hat oder unbrauchbar geworden ist, sucht man sich neue Opfer. Der eigene Egoismus wird über die Gefühle anderer Menschen gestellt. Ohne Konsequenzen, ohne Reue.
Aber welche Konsequenz ziehen nun die Menschen daraus, die so schamlos benutzt wurden? Keine Freundschaften mehr eingehen? Genauso skrupellos vorgehen?
Beides keine wirklich empfehlenswerten Strategien. Denn warum sollte man selbst sich einen schlechten Charakter zulegen, nur weil andere es tun? Vorsicht und Beobachten heißen die Zauberworte. Man sieht schnell, ob eine Freundschaft wirklich beidseitig ist oder ob eine Partei grundsätzlich diejenige ist, die gibt, während die andere Seite nimmt. Wenn eine Seite sich stetig drückt, wenn es darum geht, ebenfalls etwas in diese Freundschaft zu investieren und ständig Ausreden und Entschuldigungen findet, warum sie gerade etwas nicht tun kann, dann kann man auch kaum von einer Freundschaft sprechen. Dann ist Vorsicht geboten und man sollte sich fragen, ob die andere Person nicht nur einen Vorteil aus dieser “Freundschaft/Bekanntschaft” ziehen möchte und nicht sofort weg ist, sobald diese Vergünstigungen wegfallen.
Unter Wikipedia.de wird Freundschaft als Sympathie und Vertrauen zwischen zwei Menschen beschrieben. “In einer Freundschaft schätzen und mögen die befreundeten Menschen einander. Freundschaft beruht auf Zuneigung, Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung.”(www.Wikipedia.de; 2010)
Wer grundsätzlich nur nimmt, niemals gibt und nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, der kann diese Punkte nicht erfüllen. Auch solche Beziehungen können Sinn machen, wenn man sie als das sieht, was sie sind: Zweck- oder Nutzgemeinschaften.
Aber es gibt sie noch. Wahre Freundschaften. Sie sind selten und daher überaus kostbar. Und wer eine echte und wahre Freundschaft gefunden hat, sollte sie achtsam hegen und pflegen.









Am 28. November 2010 um 21:59 Uhr
Hallo,
guter Text, schön geschrieben und ein interessantes Thema.
So soziale/gesellschaftliche Sachen sind eig. immer besonders und ungleich wichtig.
Das man das Thema “Zwecksgemeinschaften” ansprechen muss ist unstreitbar, auch wenn ich nicht zu 100 % dem Autor (in diesem Fall hier) zustimmen würde.
“Aber welche Konsequenz ziehen nun die Menschen daraus, die so schamlos benutzt wurden? Keine Freundschaften mehr eingehen? Genauso skrupellos vorgehen?”
Diese Fragen würde ich etwas anders beantworten, weil ich nicht glaube, dass die suche nach wahren Freunden die Erfüllung ist. Klar sollte man welche haben, nur auf diese Kälte muss man (denke ich) angemessen reagieren. Die im Text erwähnte Vorsicht ist nur ein Part des Stücks.
Es müsste eig. einen bzw. mehrere Text geben, der ein bisschen Ursachenforschung für so egoistisches Verhalten betreibt (vllt. schreib ich so einen demnächst)
Adam out;)