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Aller Anfang ist schwer

Ich persönlich bin eine große Anhängerin des Prinzips der Achtsamkeit. Unter Achtsamkeit versteht man eine besondere Lebenseinstellung: Man bewertet nur das Jetzt und Hier, Erfahrungen von früher, insbesondere schlechte, sollen nicht für eine Bewertung herangezogen werden. Man sollte also immer mit dem “Geist des Anfängers” an Situationen herangehen. Es gibt insgesamt sieben Punkte, die es bei der Achtsamkeit zu beachten gibt. Ich bemühe mich redlich, in meinem Leben achtsam zu sein. Manchmal ertappe ich mich auch dabei, wie ich zunächst in alte Muster und Denkstrukturen verfalle, dann aber feststelle, dass dies nicht achtsam ist. Dann schaffe ich es auch oft, mich selbst am Riemen zu reißen und mein Denken zu ändern.

Aber ab und zu gelingt es mir nicht. In ein paar Tagen habe ich eine wichtige Präsentation. Eigentlich kein Problem. Das Thema beherrsche ich und so sollte die Präsentation mich nicht aus der Ruhe bringen können. Prüfungsangst habe ich auch keine. Also, wo liegt dann mein Problem? Aber immer schleichen sich Gedanken in meinen Kopf von der Sorte: Was, wenn ich plötzlich einen Blackout habe? Was, wenn ein Stau oder Unfall auf der Autobahn ist und ich zu spät komme? Was, wenn ich auf Ablehnung stoße und mein Vortrag nicht gewürdigt wird?

Natürlich können diese Dinge geschehen, aber ich kann sie nicht ändern, nur weil ich mir den Kopf darüber zerbreche. Selbst wenn ich beispielsweise so früh losfahren würde, dass ich theoretisch schon fünf Stunden zu früh da wäre, könnte ich einen Unfall haben und ins Krankenhaus kommen. Und womöglich würde ich operiert und könnte nicht bescheid geben, dass ich nicht kommen kann. Passieren kann alles. Aber es ist nicht wahrscheinlich und vor allen Dingen nicht achtsam!

So sehr ich auch versuche, die Achtsamkeit als Lebensphilosophie zu leben, so muss ich doch einsehen, dass ich noch ganz am Anfang stehe und von Achtsamkeit noch weit entfernt bin. Ich habe verstanden, was es heißt, achtsam zu sein. Aber ich kann es noch nicht mühelos umsetzen. Ähnlich wie ein Tänzer, der theoretisch weiß, welche Bewegung er machen soll, dem es aber nicht gelingt, diese richtig auszuführen.

Aber wie immer im Leben gibt es einen Weg, auch diese Hürde zu meistern: Üben, üben, üben.

Und wenn ich vielleicht auch jetzt noch nicht alles so umsetzen kann, wie ich es gerne würde, ich bin auf dem richtigen Weg und werde es irgendwann schaffen!

Autor: Snowwhisper

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