Ein neues Findelkind bei Mentaltraining-Beckers
11. August 2010Im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiter von Mentaltraining-Beckers einen jungen Buchfink, erst wenige Tage alt, großgezogen. Der Kleine war von einer Katze angeschleppt worden. Da von den Eltern keine Spur war, zu dem Zeitpunkt noch Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt herrschten und der kleine Kerl noch kein Gefieder hatte, erbarmten sich die Mitarbeiter und machten den Fink zum Firmenprojekt.
Buchfink lernte unter menschlicher Anleitung fliegen, fressen und sogar Insekten jagen. Und ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, wie die armen Mitarbeiter dies vormachen mussten.
Nun hat sich dies wohl irgendwie bei Pieps und Co. rumgesprochen. Jedenfalls beschloss eine kleine Ringeltaube (wir hoffen es ist eine Ringeltaube, von der Größe des Schnabels könnte es auch ein Flugsaurier oder ein junger Steinadler sein), ebenfalls diesen Service in Anspruch zu nehmen.
Unter einer Tanne lag ein zerstörtes Taubennest und daneben eine ca. 10 Tage alte Ringeltaube. Da wir dachten, die Eltern füttern sie bestimmt noch, setzten wir sie mit Hilfe einer Leiter zurück in die Tanne. Aber nach zwei Tagen lag die Taube völlig geschwächt und total abgemagert wieder unter der Tanne. Vermutlich hatten die Eltern das Junge aufgegeben oder waren Opfer einer Raubvogelangriffes geworden. Dies würde auch das zerstörte Nest auf dem Boden erklären. Meistens haben Tauben auch zwei Junge, wir konnten aber trotz intensiver Suche kein weiteres entdecken. Da die Taube schon sehr schwach wahr, hatten wir wenig Hoffnung. Wir wollten es aber wenigstens versuchen. Die ersten drei Stunden fütterten wir jede halbe Stunde eine Miniportion Futter. Positiv wahr, dass sie einen Schluckreflex hatte. Nicht so gut war, dass sie nicht freiwillig sperrte. Nach drei Stunden fing sie dann an zu betteln und schnell hatten wir raus, wie wir sie anfassen mussten, um den Sperr-Reflex auszulösen. Nun ist “Schröder” (ja, so heißt sie jetzt) genau eine Woche bei uns. Schröder wächst und gedeiht und hat immer Hunger. Er bettelt und schlägt mit den Flügeln, als hätte er schon Tage nichts bekommen. Allerdings straft sein voller Kropf ihn Lügen.
Tja, es sieht so aus, als ob Mentaltraining-Beckers wohl den Sommer nicht ohne Findelkind verbringen kann. So schön die Aufzucht von so kleinen Geschöpfen ist, umso trauriger denken wir schon an den Spätsommer, wenn wir Schröder dann auswildern. Aber wir möchten natürlich, dass Schröder ein artgerechtes Leben führen darf. Und auch wenn die Aufzucht für Taubenverhältnisse vielleicht etwas extravagant anmutet, so soll er doch, wenn er groß ist, ein richtiges Taubenleben führen können - in Freiheit.

Schröder unser Taubenkind


