Leistungssteigerung im Sport durch Imagination von Weg und Ziel.
Autor: Dipl. Psychologe Frank Beckers
Ebook (Download): 76 Din A4 Seiten im PDF Format
Einleitung
Sowohl die Olympischen Spiele in Peking als auch die Tour de France hatten im Jahr 2008 große Probleme mit Dopingmissbrauch im Wettkampfsport. Zunehmend nutzen Sportler illegale Dopingmedikamente, da sie glauben, dem hohen Leistungsdruck anders nicht gerecht werden zu können. Um den Glauben zu stärken, eine Leistung im Sport auch ohne Doping erreichen zu können, gibt es mentale Techniken zur Steigerung der Selbstwirksamkeit von Sportlern. Mit Selbstwirksamkeit, engl. Self-Efficacy (Bandura, 1977), ist die Einschätzung einer Person gemeint, ob sie sich selbst als fähig genug ansieht, eine bestimmte Aufgabe erfolgreich erledigen zu können. Howe (1991) untersuchte die Beziehung von Selbstwirksamkeit und Imaginationstraining und berichtet, dass die Selbstwirksamkeit einer Person durch Imagination erhöht werden kann. Selbstwirksamkeitstraining und Imaginationstraining, kognitive Übungen und Techniken, ursprünglich verankert in der Motivations- und Sportpsychologie, gewinnen im Wettkampfsport zunehmend an Popularität. Besonders zur Leistungssteigerung nutzen viele Sportler das Imaginationstraining. Der dahinter stehende Prozess ist in der deutschen Literatur unter dem Begriff „Imagination“ bzw. „Mentale Simulation“ und in der englischen Literatur unter dem Begriff „Imagery“ bekannt. Imagination ist ein Prozess, bei dem ein Objekt, eine Szene oder eine Wahrnehmung kognitiv so reproduziert wird, als wäre dies offenkundige, physikalische Wirklichkeit (Denis, 1985). Imagination kann die physikalischen Charakteristika einer Situation hervorrufen, welche in der Vergangenheit wahrgenommen wurde oder noch in der Zukunft stattfinden soll. Dabei kann Imagination alle fünf Sinne miteinbeziehen, d. h.: visuell, auditiv, olfaktorisch, gustatorisch und kinästhetisch (Denis, 1985; Hall, 2001). Die Fähigkeit, sich mentale Bilder von früheren oder zukünftigen Situationen intensiv vorstellen zu können, wird auch als Vorstellungskompetenz bezeichnet. Martens (1982) erwähnt eine Anzahl von Situationen, in denen das Verfahren Imagination sehr von Nutzen sein kann, beispielsweise beim Erlernen und Üben von motorischen Fähigkeiten, bei der Zielsetzung, beim Kontrollieren von Emotionen, zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit und zur Steigerung des Selbstbewusstseins. Der Frage, welche Bedeutung der Imaginationsprozess im Sport hat, soll in dieser Arbeit nachgegangen werden. Kann Imaginationstraining im Sport zu einer Leistungssteigerung beitragen? Weiterhin erwartet den Leser die Auseinandersetzung mit der Frage, ob es einen Bezug gibt zwischen Imaginationsfähigkeit und der allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung von Sportlern. Haben Sportler, die eine hohe Imaginationsfähigkeit aufweisen, gleichzeitig eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung?
Masterarbeit im Kurs Coaching an der FernUniversität Hagen (76 Seiten; Note 1,7)